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FSJ-Blog #42

07.08.2023 – 11.08.2023


Ferienprogramm II: „Forscher & Entdecker“


Im zweiten Sommerferienprogramm des Jugendhauses Villa Federbach wurden die Grundschüler zu Forscherinnen und Entdeckern. Unter diesem Motto tauchten wir jeden Tag in eine andere spannende Wissenschaft ein. Was wir alles erlebt haben? Lasst es uns herausfinden!

Herzlich willkommen im Team der „Forscher und Entdecker“! Um uns auf unsere Expedition vorzubereiten, packten wir unseren Koffer und lernten dabei unsere Namen. Reihum stellten sich die Kiddis vor und legten ihre Ausrüstung in einen Korb hinein. „Ich heiße Niklas und habe Bücher mitgenommen, damit ich darin nachschlagen kann.“

Bevor wir richtig durchstarten konnten, musste zuerst die Ausrüstung hergestellt werden. Natürlich brauchen Forscher ein Erkennungsmerkmal. Unseres waren die waldgrünen T-Shirts, die die Kinder selbst bedrucken durften. Auch ein Fernglas gehört zu einer guten Ausrüstung dazu. Zusammen mit Anna baute ich mit den Kindern Bötchen. Gut verknotet, um auch wilde Flussfahrten zu überstehen. Nicht zu vergessen, eine selbstgestaltete Fahne, auf der sich alle verewigten. Bereits am zweiten Tag konnten wir sie hissen. Um alles transportieren zu können, stellte Chiaras Gruppe tolle Taschen aus Schuhkartons her, da wir Forscher auf Nachhaltigkeit achten. Nun war unsere Ausrüstung fertig. Die Forschungsreise konnte beginnen. Jeden Tag wies Professor Dr. Dr. Lena die Jung-Forscher in eine neue Wissenschaft ein, die es zu entdeckten galt.

Biologie. In der Biologie beschäftigt man sich mit Tieren und Pflanzen. So erforschten wir den Federbach. Ausgerüstet mit Lupengläsern, fanden sie so einige Tiere, die sie abzeichneten und protokollierten. Neben vielen Larven und auch kleinen Fischen – ausführlich habe ich diese in einem früheren Blog beschrieben –, machten wir eine neue, einzigartige Entdeckung: ein Neunauge, eine kleine Wasserschlange. Ich hätte nicht gedacht, dass es diese im Federbach gibt. Umso mehr hatte mich dieser Fund begeistert. Und eine lustige Geschichte nebenbei: Bisher dachte ich, Gummistiefel seien dafür da, um nicht (!) nass zu werden. Doch die Kinder belehren mich eines Besseren. Schnell waren ihre Stiefel mit Wasser vollgelaufen, sodass sie auch außerhalb des Bachs im Wasser stehen konnten. Aha!

Physik. Chemie. Experimente mit verblüffenden Ergebnissen und neuen Erkenntnissen standen für die kleinen Physikerinnen und Chemiker auf dem Programm. Gemeinsam mit Viona führte der ulkige Chemie-Professor Niklas sein stinkendes Experiment durch, in dem er einen Luftballon aufblies – mithilfe der ziemlich geruchsintensiven chemischen Reaktion von Essig und Backpulver. Das durch die Neutralisation von Säure und Base entstehende Kohlenstoffdioxid füllte den Ballon. Und für alle Chemie-Profis unter euch ist hier die Kurzerklärung: NaHCO₃ + CH₃COOH → H₂O + CO₂. Ich fühlte mich einen Moment in die Schulzeit zurückversetzt, denn Chemie war eines meiner Lieblingsfächer. Da es nicht ganz einfach ist, erklärten wir die pH-Werte am übertragenen Beispiel süß ↔ salzig. In den anderen Gruppen stellten sie unter anderem eine nicht-newtonsche Flüssigkeit aus Maisstärke und Wasser her: Wirkt eine Kraft auf sie ein, verhält sie sich wie ein fester Stoff, ohne Druck wird sie flüssig. In einem anderen Experiment ließen sie mit Unterdruck einen Mohrenkopf platzen. Mit der Emulsion aus Wasser und Öl stellten sie eine Lavalampe her. Die Oberflächenspannung von Wasser untersuchten sie mit Pfeffer und Seife.

Häufig berichtet die Presse über bahnbrechende Entdeckungen. Diesmal darf nicht nur ich euch durch meinen Blog davon erzählen. Wir bekamen Besuch von einer Reporterin, die die Kinder interviewte. Voller Begeisterung berichteten sie von ihren Erlebnissen. Noch hatten wir viel vor uns, doch bisher gefiel es ihnen bereits sehr gut. Ein Kind hatte eine ganz besondere Meinung, die mir einen kurzen Schrecken einjagte: „Ich finde die Experimente blöd … weil es nicht explodiert!“ Ja, ich weiß, die Chemie ist am schönsten, wenn es knallt und stinkt!

Am Nachmittag führten wir ein Farbexperiment durch. Während sie in der Werkstatt Glückssteine bemalten, gab es draußen das Action-Painting. Aber Achtung, wer an den Füßen kitzelig ist! Mit bunten Farben wurden diese angemalt, bevor die Kinder taps, taps, taps über eine Leinwand liefen. Mit einem unbekannten Ziel vor Augen erkundeten sie das weiße Neuland und hinterließen ihre bunten Spuren. Später kamen noch die Hände dazu. Auch ich ließ mir den Spaß nicht nehmen.

Archäologie. Zoologie. Geologie. Eine große Forschungsreise stand uns bevor. Als Zoologen mussten die Kinder ein bis dahin ungelöstes Tierrätsel entschlüsseln. Auf ihrer Reise ins alte Japan lernten sie zu kämpfen, jedoch nicht mit Waffen. Der Verstand ist die stärkste Waffe, die wir haben. Das wussten schon die Ninjas. Die Kinder duellierten sich in deren Kampfkunst: ハサミ, 石, 紙 (oder wie es bei uns heißt: Schere, Stein, Papier). Weiter ging es ins antike Griechenland. Bekannt dafür, die Erfinder des ersten Labyrinths zu sein, mussten sie den Weg durch die Sackgassen und Irrwege suchen. Doch aufgepasst, der Minotaurus ist darin gefangen und darf nicht entkommen! Erst vorwärts, dann rückwärts, suchten sie sich den Weg durch die schmalen Wege. Da Forscher auf all ihre Sinne angewiesen sind, mussten sie sich in der dritten Runde gegenseitig blind hindurchführen. Schnell erkannten sie: Nur gemeinsam kann man das Ziel erreichen.

Nach dem Mittagessen mitten im Dschungel tauchten unerwartet Steine mit mysteriösen Symbolen auf: Hieroglyphen. Sobald die Kinder das Lösungswort F-E-D-E-R-B-A-C-H aus den alt-ägyptischen Schriftzeichen entschlüsselt hatten, bekamen sie den nächsten Hinweis. Und hier kamen unsere Landkarten mit Spezialeffekt ins Spiel. Jede Gruppe hatte eine Karte bekommen, die sie an den drei Stationen hatten abstempeln lassen. Legt man diese übereinander, erscheint ein rotes Kreuz. Eine weitere Landkarte verriet das Versteck eines Schatzes, wenn man sie darüberlegte. Erstaunlich schnell hatten sie den verschollenen Schatz gefunden: Eine alte Truhe, in der sich ein vergoldetes Fernglas befand und für jedes Kind ein Tütchen mit Süßigkeiten. Kleopatra persönlich hatte diese dort versteckt.

Fast hätten wir die Bötchen vergessen! Diese ließen wir gemeinsam im Federbach fahren. Trotz wilder Stromschnellen und anderen Turbulenzen schafften es alle Bötchen ins Ziel.

Ich muss euch unbedingt von der wandernden Wäscheklammer erzählen. Schon vor den Ferien machten wir uns einen Scherz daraus, sie uns gegenseitig unbemerkt anzustecken. Chiara hatte sie schon unwissentlich mit heim genommen. Auch diese Woche war die Wäscheklammer ein fester Bestandteil. Mich erwischte es mehrfach. Die Kinder waren ebenfalls mit voller Begeisterung dabei und verfolgten unser internes Spiel. Am letzten Tag erwischte es mich. Irgendjemand hatte sie mir an den Rucksack gesteckt und ich war damit heim gelaufen. Tatsächlich hatte ich sie erst am nächsten Tag entdeckt. Und ich bin überzeugt, nächste Woche wird uns die wandernde Klammer ebenfalls begleiten.

Am letzten Tag gab es eine wohlverdiente Stärkung, die wir gemeinsam zubereiteten: Pfannkuchen mit Obst. Doch zuvor mussten wir uns dekontaminieren – in Fachkreisen bekannt als Wasserschlacht. Wer so fleißig geforscht hat, muss dafür natürlich ausgezeichnet werden. Für den Nobelpreis reichte es zwar nicht, doch erhielt jedes Kind eine Urkunde. Applaus gab es auch für die Jugendlichen des Jugendhausvereins, der sich toll mit einbrachte und uns sowohl in der Küche als auch auf unserer Forschungsreise tatkräftig unterstütze.


Grüße von eurem stellvertretenden Expeditionsleiter FSJler Niklas

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