Anthologie „Träume: Was ich schon immer einmal machen wollte ...“
- Niklas Böhringer

- 16. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

45 Autoren – 45 hoffnungsvolle und ehrliche Geschichten und Gedichte über Träume.
Klappentext
45 Autorinnen und Autoren lassen Sie an ihren Träumen teilhaben und inspirieren zu eigenen Träumereien
Hrsg. Thomas Opfermann
Erschienen am 16.04.2026
ISBN: 978-3-81924-360-8
Cover:
Seiten: 200
die Autoren
Mila Alieva, Franziska Bauer, Siggi Becker, Niklas Böhringer, Nadin Corinna Bühler, Bora Buonder, Johanna Dall´Omo, Selena Ganzer, Friederike Gatterer, Malena Glück, Jörg Hagenberg, Nicole Hahn, Anika Haulsen, Karl-Heinz Heihse, Kai Hölcke, Inken Hübner, Christian Knieps, Monika Konopka, Cora Krass, Anja Kubica, Margret Küllmar, Andrea Lange-Weihs, Sabine Leibold, Helga Licher, Volker Liebelt, Leo-Raphael Luber, Miss Seasons, Mia Mondstein, Maximilian Muck, Harald Müller, Doreen Pitzler, Poet Pit, Sarah F. Prignitz, Etienne Quiel, Wolfgang Rinn, Florian Rohe, Paul Schenk, Werner Speer, Iris Steinmann, Björn Stuckert, Roswitha Szuchar, Yoba Unfug, M-J van der Bosch, Marie Wolf und Fabian Wollgast
Leseprobe
enthalten ist meine Geschichte
In Wahrheit ist das Leben doch auch nur ein Traum
Schlafen. Aufstehen, den Tag überleben. Und wieder schlafen. Das eigentliche Leben fand doch eigentlich nur im Traum statt. So war es zumindest bei Ayumu.
War der alltägliche Albtraum geschafft, konnte Ayumu sich in die weichen Kissen fallen lassen, seinen Geist entspannen und die Traumwelt – seine Realität – betreten. Diese gab ihm Halt, gab ihm das Gefühl, frei zu sein – das Gefühl zu leben. Ayumu hatte es nicht gut, wenn er sich in der grausamen Wachwelt durchschlagen musste. Er lebte in einer ärmlichen Siedlung mitten in Japan. Entgegen der japanischen Sitte waren die Menschen hier feindselig, hatten nur die eigene Karriere und das Geld im Kopf und kümmerten sich nur um die eigenen Angelegenheiten. Augen für ihn, den viel zu früh zum Waise gewordenen Jungen, hatte niemand. Er lebte im Hintergrund, arbeitete in einer Küche als Tellerwäscher und bekam dafür gerade einmal so viel, um nicht zu verhungern.
Doch nun war auch dieser Tag endlich geschafft, Ayumu hatte seinen kümmerlichen Lohn bekommen und sich dafür eine Kleinigkeit zu Essen geholt, um seinen Hunger zu stillen. Satt war er schon lange nicht mehr geworden. Der Junge lebte in einem winzigen Zimmer, das er sich gerade so leisten konnte. Darin hatte er lediglich Platz für seine Matratze und daneben ein kleines Regal, in das er seine Kleidung legen konnte.
Ayumu deckte sich zu, atmete mehrmals tief ein und aus, dann öffnete sich das Tor zur Traumwelt, die ihn schillernd empfing. Darin hatte Ayumu viele Freunde, mit denen er gerne Zeit verbrachte. Auch sie hatten in der Wachwelt kein schönes Leben. Sie alle kamen gerade so über die Runden, um nicht auf der Straße zu landen. Allerdings lebten sie an so weit entfernten Orten, dass sie sich nur im Traum treffen konnten. Und das taten sie – jede Nacht. Denn der Traum war ihre bessere Welt, in der es zu leben Spaß machte.
Desirée wartete bereits auf den Jungen. Sie saß an einem in der Sonne glitzernden Teich und kämmte sich die Haare. Ihrer lieblichen Stimme lauschte Ayumu sehr gerne. Deshalb verriet er nicht sofort, dass auch er bereits die Traumwelt betreten hatte. Ihr leicht französischer Akzent ließ ihren Gesang edel klingen, als sei sie eine Starsängerin, die gerade für ihren nächsten Auftritt übte.
[...]



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