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FSJ-Blog #27

Aktualisiert: 30. Apr. 2023

17.04.2023 – 21.04.2023


Lautgebärden, Landkarten, meine 1. Lesung, Mobbing, Zuckerwatte


„Was habt ihr Tolles in den Ferien erlebt?“ Darüber wollten wir natürlich auch in der Leseförderung sprechen. Mit kleinen Nussschalen, auf die ich Buchstaben geschrieben hatte, beschrieben wir unsere Ferien und suchten nach Wörtern, die mit den gezogenen Buchstaben beginnen. In den letzten zwei Wochen habe ich Lautgebärden ähnlich der Gebärdensprache gelernt, die als kompensatorische Hilfe dienen sollen. Das lernen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich, was ihnen das Schreiben erleichtern soll. Gemeinsam gebärdeten wir unsere Namen und ein paar Wörter, was wirklich gut klappte und wir es spielerisch integrierten. Denn was ist schöner, als beim Lernen Spaß zu haben und gar nicht zu bemerken, dass man gerade lernt?

Schon damals als Schüler mochte ich Erdkunde nicht wirklich. Das wurde mir am Montag erneut bewusst. Jede Karte, die ich ausrollte, erinnerte mich ein Stück mehr daran. Im Keller der Schule haben wir viele alte Karten, die wir abfotografierten. Einige von ihnen hauten uns regelrecht um – allerdings nicht Bilder darauf, es war der Geruch. Trotzdem war es eine Aktion, die irgendwie doch lustig war und wir in uralte Zeiten eintauchen konnten, wie Unterricht damals gemacht wurde. Ganz ohne digitale Medien und Computer.

Wie stellt ihr euch einen Autor vor? Meiner damaligen Vorstellung nach, waren sie entweder alt oder tot. Zum Glück bin ich keines von beiden. Am Mittwoch hatte ich die große Ehre, meine allererste Lesung im Jugendhaus in Bretten zu halten, was ich im letzten Blog angekündigt hatte. Für diese unglaubliche Gelegenheit möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken. Während wir einen Tisch mit meinen Büchern vorbereiteten, zitterten meine Hände, als hätte ich eine ganze Kanne Kaffee getrunken. Beim Soundcheck war das nicht anders. Auf einer wirklich schön hergerichteten kleinen Bühne durfte ich später vorlesen. Bald kamen auch schon die Kinder. Ich durfte drei dritte Klassen mit auf eine aufregende Reise, auf ein großartiges „Abenteuer in die Arktis“ nehmen und mit ihnen in die Geschichte von Eisi, meinem kleinen Eisbären, eintauchen. Die anfängliche Aufregung verschwand nach einiger Zeit bei meinem tollen Publikum und es machte einfach nur noch Spaß. Ich erzählte erst ein bisschen über mich und über meine Bücher, dann las ich das erste Kapitel „Die Eisberg-von-Tau-Schule“ vor. Nicht nur kleine Menschen müssen in die Schule gehen. Zwar lernt Eisi nicht Rechnen und Schreiben, dafür steht Tauchen, Eiskunde und Jagen auf seinem Stundenplan. Anstatt von einem Bus wird der Jungbär jeden Morgen von einem Wal-Taxi abgeholt, das ihn zur Schule bringt – er kann nämlich noch nicht so weit schwimmen. Seine Freunde, die Robben, und deren Spiele lernten die Kinder auch kennen. Robben haben nämlich ganz andere Spiele als wir, die wir jedoch in abgewandelter Version kennen: Fisch-Memory, Flossen-Klatschen und Tieftauchen. In meinem humorvollen Fantasybuch lernten die Kinder ganz spielerisch tolle und interessante Sachen über die Arktis und ihre Bewohner. Bei meiner Flosse, was für ein schönes Erlebnis! Ehe ich mich versah, war es auch schon vorbei. Zum Schluss gab es eine kleine Signierstunde, was auch eine schöne Erfahrung war. „Und wie heißt du?“, fragte ich an diesem Tag ein paar Dutzend Male, um mein Buch und meine Autogrammkarte zu widmen und zu signieren. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Danke, dass ich diese unglaublich tolle Gelegenheit bekam, meine erste Lesung zu halten.

Mobbing. Davon haben schon viele gehört. Aber was genau ist das? Allzu leicht nimmt man dieses Wort in den Mund, ohne überhaupt zu wissen, was es wirklich bedeutet. Geneinsam mit unseren Streitschlichtern haben Chiara und ich am Donnerstag darüber gesprochen. „Stellen wir uns eine Mauer mit 1.000 Steinen vor. Viele sehen den einen Stein, der nicht perfekt ist. Dabei gibt es noch 999 Steine, die perfekt sind.“ Der Mobber sieht genau diesen einen Stein. Das kann man auf viele Bereiche im Leben übertragen. Man muss immer alles sehen, was super geklappt hat und worin man erfolgreich war – den Blick auf die Stärken werfen, nicht auf das, was mal nicht ganz so gut war. 999 perfekte Steine gegen einen einzigen. Was wiegt mehr?

Am Freitag wurde es süß im Jugendhaus Villa Federbach. Mit unserer neuen Zuckerwatte-Maschine machten wir bunte Zuckerwolken. Erst da probierte ich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben Zuckerwatte. Mein FSJ ist wirklich voller neuer Erfahrungen in jeder Hinsicht.

Die nächste Woche hält noch einmal viele Ereignisse bereit, auf die wir uns alle freuen. Es geht hoch hinauf und wird musikalisch.


Grüße von eurem FSJler Niklas

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