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Ziemlich ausgefuchst 01: Gefahr am Lauten Berg

Man braucht nicht viele Freunde, aber die, die man hat, sind umso wertvoller. Freunde sind die Familie, die man sich aussuchen kann. Ich habe zum Glück, ein paar dieser wertvollen Herzensmenschen an meiner Seite zu wissen.

Auch der kleine Fuchs Zumpel hat eine ganz besondere Freundschaft mit dem Fennek Flux und der Roten Pandabärin Zora. Heute, am Tag der Freundschaft, soll ihre Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt erscheinen: Eine Geschichte über wahre Freundschaft. Mit spannenden Fakten über die Natur. Lehrreich und abenteuerlich zugleich.

In der Welt der Grizzlybären liegt mit der neuen humorvollen Kinderbuchreihe Ziemlich ausgefuchst nun der Fokus auf Fuchs Zumpel und seinen Freunden. Ihr erstes Abenteuer wird feurig, aufregend und brandgefährlich: Gefahr am Lauten Berg!


Klappentext

Auf der Suche nach einem Abenteuer stoßen die drei ungleichen Freunde Zumpel, Flux und Zora unverhofft auf einen alten Bekannten: den Dachs Callo. Er schließt sich ihnen kurzerpfote an und begleitet sie zum Wasserfall, den sie zu überqueren versuchen. Dass Callo seine ganz eigenen Pläne hat, verschweigt er einfach … Auch Zumpel hat ein ganz besonderes Ziel vor Augen, womit er Flux und Zora überraschen möchte.


Eine Geschichte über wahre Freundschaft.

Mit spannenden Fakten über die Natur.

Lehrreich und abenteuerlich zugleich.



Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

Seiten: 179

Cover & Illustrationen: Niklas Böhringer

(Bilder: KI-generiert mit Dall•E nach den Vorgaben des Autors)



Leseprobe

Prolog

Unweit einer kleinen Lichtung mitten im Wald wohnte, gut versteckt unter einer großen Weißtanne, ein kleiner Fuchs. Er hieß Zumpel und war ein wahrlich munteres Kerlchen. Wenn andere Tiere noch verschlafen gähnten, war Zumpel längst auf den Beinen. Er rannte durchs Gras, jagte seinem eigenen Schwanz hinterher und kullerte lachend den Hang hinunter. Am liebsten kugelte er sich im saftigen Gras und streckte, wenn er müde vom vielen Toben war, seine Beine von sich und ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Doch Zumpel wohnte dort nicht allein.

Flux, ein Fennek mit flauschig-großen Ohren und sandfarbenem Fell, wohnte seit letztem Frühling bei ihm. Er kam aus einem weit entfernten Land, in dem die Welt nur aus Sand und Einöde besteht und die Sonne Tag und Nacht zu strahlen scheint – so heiß, dass sie die Luft zum Flimmern und den Sand zum Glühen bringt. Denn Flux kam aus der Wüste, in der die Kakteen die einzigen Pflanzen sind, die in diesem trockenen Klima zurechtkommen. Doch hier im saftig grünen Wald war das anders. Hier fiel der kleine Fennek ziemlich schnell auf mit seinem hellen Fell, das ihn in der Wüste meisterlich getarnt hatte.

Und noch ein Tier wohnte bei den beiden: Zora. Aus der Ferne sah es beinahe so aus, als würde sie die Morgendämmerung in ihrem Fell tragen: zarte Rottöne wie flüssiges Kupfer gingen sanft in helles Cremeweiß über. Ihre buschige Ringelschwanzspitze wippte sanft im Takt ihrer Schritte, wenn sie sich durch das Dickicht bewegte, beinahe lautlos und doch stets voller Anmut.

Das rotbraune Panda-Mädchen war erst vor wenigen Tagen zu den beiden dazugestoßen. Obwohl sie schon länger in diesem Wald wohnte – wie sie erzählte, in einem hohen Baum hinter den langen Steinbächen –, konnte sich Flux nicht daran erinnern, sie schon einmal zuvor gesehen zu haben. Normalerweise fiel dem Fennek alles auf, nur das Rote Pandabär-Mädchen war ihm entgangen. Doch das änderte nichts an ihrer Freundschaft. Bereits nach dieser kurzen Zeit waren die drei zusammengewachsen und wollten nicht mehr ohne den anderen leben.

Einst hatte ein fusselig-grauer Dachs namens Callo in der Höhle gehaust. Er war ein alt-grummeliger Griesgram gewesen. Lediglich die alte, nicht minder unbeliebte italienische Spitzmaus Maria, die sich gern mit schwachsinnigen Geistern abgab, hatte ihn leiden können. Doch eines Tages waren sie beide spurlos verschwunden und die drei Freunde hatten sie nie mehr wieder gesehen. Und wie sie aus ihrem Leben verschwunden waren, so verschwanden sie nach und nach aus ihren Köpfen.

Gerade döste Zumpel in der Sonne, während sich Zora säuberlich das Fell abschleckte. Sie hatte eine hübsche sternförmige Blume gefunden, die sie sich hinters Ohr gesteckt hatte.

„Wie süß du damit aussiehst“, quiekte Flux entzückt auf, als er sie erblickte.

„Findest du? Danke, Flux.“ Zora lächelte.

Da blinzelte Zumpel den beiden entgegen. Er hatte nicht viel von ihrer Unterhaltung mitbekommen und war neugierig geworden. „Wer sieht süß aus?“

„Na, Zora mit dieser hellen Sternblume. Sie passt wunderbar zu ihrem Fell“, schwärmte Flux.

„Das stimmt, du bist eine wahre Künstlerin, Zora“, fand auch Zumpel. Fasziniert betrachtete er die Blume, die sich das Rote-Panda-Mädchen ins Fell geflochten hatte.

„Noch lieber wäre mir natürlich eine duftende Rose gewesen.“ Das waren nämlich ihre absoluten Lieblingsblumen.

„Die beißen aber, wenn man ihnen auch nur zu nahe kommt!“, klagte der Fennek, der diese Blumen zwar ebenso mochte, allerdings nur aus der Ferne.

„Wollen wir ein wenig den Wald erkunden?“, schlug Zumpel vor, der stets auf der Suche nach neuen Abenteuern war. Er kannte so einen Ort, den er unbedingt seinen Freunden zeigen wollte.

„Au ja!“

So machten sich die Freunde auf in den Wald.

Flux tippelte auf dem Waldweg. Er wollte sich seine Pfötchen nicht mehr als unbedingt nötig verdrecken. Zumpel und Zora hüpften hingegen miteinander wie toll geworden durchs Gras. Hier und da knabberte Zumpel an einem Grashalm oder einer Blüte, die ihm köstlich schmeckten.

Da entdeckte Zora einen Pilz – ihren absoluten Lieblingspilz. Sie fiepte freudig auf und stürzte sich direkt darauf. Flux zog allein bei dem Anblick angewidert seine spitze Nase kraus. Er mochte den Geruch der Stinkmorchel nicht.

„Drum esse ich lieber Blätter“, gluckste Zumpel und naschte von einer saftig-sauren Tannenspitze.

Amüsiert beobachtete Flux seine recht verrückten Freunde. Er liebte sie, gerade weil sie so herrlich bekloppt waren – und sie liebten ihn. Es war eine ganz besondere Freundschaft.


Die Freunde waren noch nicht lange unterwegs, da er­starrte der Fennek.

„Huch, was ist? Wieso bleibst du einfach stehen?“ Zumpel wäre fast in ihn hineingelaufen.

„Ihr glaubt nicht, wen ich gerade sehe: Callo!“ Flux stürzte das Gesicht ab. „Schnell, duckt euch.“

Doch es war bereits zu spät.

Der Dachs hatte die Freunde entdeckt und kam schief pfeifend auf sie zugelaufen. Sein Fell wirkte noch zerzauster als sonst. Die Zeit allein in der Wildnis hatte wohl nicht zum Besseren beigetragen.

„Was für eine schöne Überraschung“, freute sich Callo und grinste dümmlich.

Vor Schreck schielte Zora kurz, was der Dachs glück­licherweise nicht mitbekam. Die Rote Pandabärin hatte die lustige Angewohnheit, zu schielen, anstatt mit den Augen zu rollen. „Wenn das so weitergeht, bekomme ich glatt noch Albträume von ihm“, murmelte sie genervt.

Callo hockte sich vor die Freunde und wartete darauf, bis einer von ihnen etwas sagte. Er ging es immer eher entspannt an – so wenig Aufwand wie möglich. Während andere Tiere in einem Jahr die vier Jahreszeiten erlebten, so ließ er sich einfach doppelt so viel Zeit. So auch jetzt.

Aus Verzweiflung, um die absurde Situation nicht noch unangenehmer zu machen, plapperte Flux genervt drauflos. Er wollte diese fast schmerzhafte Stille schnellstmöglich durchbrechen.

„Was treibt dich her, alter Freund? Wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen. Und wo hast du Maria gelassen?“, schüttelte sich Flux verzweifelt Fragen aus seinem Fell.

„Maria?“ Callos Gesichtsausdruck wurde betrübt. „Sie … sie wurde bald verrückt, hat sich wohl zu viel mit Verrückten abgegeben. Sie war wohl selbst recht schwachsinnig. Tat ihr nicht gut.“ Nervös knabberte der Dachs an seiner Pfote herum. Er sprach nicht gern darüber. „Und ihr? Wie geht es euch?“

„Ganz gut“, hielt Zora ihre Erklärung knapp.

Callo legte den Kopf schief. „Und das heißt? Willst du nicht mehr erzählen?“

„Nein“, meinte die Rote Pandabärin, „sonst hätte ich das getan.“

„Aber mir kannst du immer alles sagen, ja?“, bohrte der Dachs unnachgiebig nach.

Genervt nickte Zora. Sie hatte keine Lust, mit diesem alten Griesgram zu reden. Das zeigte sie ihm auch: Sie wandte sich ab, setzte sich neben einen Baum und blickte in eine andere Richtung.

Callo schien das nicht zu beeindrucken. Kurz verharrte sein Blick auf Zora, ehe er aus einem Traum zu erwachen schien und den Fuchs und den Fennek musterte. „Und ihr? Wie geht es euch?“

Als die beiden Freunde nicht antworteten, winkte er beiläufig ab. „Ach, wisst ihr was? Erzählt es mir einfach auf dem Weg.“

„Auf welchem Weg?“ Mehr als irritiert guckten die beiden den Dachs an.

„Na, ich begleite euch selbstverständlich. Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, da haben wir uns viel zu erzählen.“ Callo grinste übers ganze Gesicht. „So viel zu erzählen …“

„Zora, kommst du? Wir laufen weiter.“ Flux winkte sie zu ihnen herüber. Und so setzten sie gemeinsam ihren Weg fort. Mit Callo.

„Hach“, seufzte der Dachs und schloss genießerisch die Augen. „Ich liebe es, zu wandern. Am allermeisten mit meinen Freunden. Was kann es Schöneres geben?“ Er stimmte pfeifend eine Melodie an, die die Freunde noch nie zuvor gehört hatten. Womöglich kannten sie das Lied sogar und hörten es nur nicht heraus, da der alte Dachs keinen einzigen Ton traf.



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